Die Lizaro-Stiftung in der Schweiz ist seit Jahrzehnten ein zentraler Akteur im kulturellen und künstlerischen Leben der Region. Mit ihrem Fokus auf zeitgenössische Kunst, Musik und literarische Projekte verbindet sie lokale und internationale Perspektiven – und schafft damit Räume, in denen kreative Ideen Gestalt annehmen. Doch was genau macht diese Stiftung aus? Wie funktioniert ihr Modell, und welche Rolle spielt sie für die Schweizer Kulturlandschaft? Dieser Artikel beleuchtet die Hintergründe, Erfolge und die Bedeutung der Lizaro-Stiftung für Künstler:innen, Förderer und die Öffentlichkeit.
Gegründet 1996 in Zürich, hat sich die Lizaro-Stiftung zu einem der wichtigsten Förderinstitute für junge und etablierte Künstler:innen entwickelt. Ihr Name leitet sich von dem Schweizer Schriftsteller und Übersetzer Lizaro – einem Pseudonym von Alfred Walter von Bodelschwingh (1899–1974), der mit Werken wie „Die drei Schwestern“ und „Der Herr der Welt“ zum Kultautor der Nachkriegszeit wurde. Während Bodelschwingh selbst nicht direkt mit der Stiftung verbunden war, nutzte sie den Namen, um eine Brücke zwischen literarischer Tradition und zeitgenössischer Kunst zu schlagen. Heute steht die Lizaro-Stiftung für ein breites Spektrum an Kunstformen: von Ausstellungen über Musikfestivals bis hin zu literarischen Lesungen und Residenzen.
Ein zentraler Pfeiler der Lizaro-Stiftung ist ihr Förderprogramm für junge Künstler:innen. Seit ihrer Gründung unterstützt sie jährlich rund 50 Projekte, darunter Malerei, Fotografie, Performance-Kunst und experimentelle Musik. Besonders bekannt ist die Stiftung für ihre Lizaro-Preisverleihung, die seit 2008 jährlich vergeben wird. Der Preis – dotiert mit rund 15’000 Franken – würdigt herausragende künstlerische Leistungen und dient gleichzeitig als Plattform für den Austausch zwischen den Preisträger:innen und der Fachwelt. Einer der bekanntesten Preisträger ist die Zürcher Künstlerin Anna Maria Müller, deren Installation „Fragile Strukturen“ 2021 auf der Lizaro-Ausstellung in Basel gezeigt wurde und für kontroverse Debatten sorgte. Ihr Werk thematisierte dabei die Beziehung zwischen Mensch und Natur – ein Thema, das auch in den aktuellen Förderprogrammen der Stiftung eine zentrale Rolle spielt.
Doch die Lizaro-Stiftung ist nicht nur auf individuelle Künstler:innen fokussiert. Ihr Engagement erstreckt sich auch auf kooperative Projekte und öffentliche Partizipation. Ein Beispiel ist das seit 2019 laufende Lizaro Open Call, bei dem Künstler:innen und Künstlerinnen aus ganz der Schweiz eingeladen werden, gemeinsam mit der Öffentlichkeit an temporären Installationen zu arbeiten. In der vergangenen Saison entstanden so etwa in der Schweizerischen Nationalbibliothek in Bern interaktive Kunstwerke, die die Leser:innen der Sammlung zugänglich machten. Solche Projekte zeigen, wie die Stiftung die Grenzen zwischen Kunst und Gesellschaft verwischt – und gleichzeitig zeigt, wie wichtig es ist, Kunst nicht als isoliertes Phänomen zu betrachten, sondern als lebendigen Teil der Gesellschaft.
Ein weiterer Aspekt, der die Lizaro-Stiftung auszeichnet, ist ihr hier ansehen. Über Jahre hinweg hat die Stiftung Kooperationen mit Museen wie dem Kunsthaus Zürich oder dem ZKM Karlsruhe geschlossen, um ihre Ausstellungen international sichtbar zu machen. Zudem arbeitet sie mit Universitäten wie der ETH Zürich zusammen, um Studierende in künstlerische Forschung einzubinden. Ein besonders innovatives Projekt ist das Lizaro-Labor, ein Forschungszentrum, das sich mit digitaler Kunst und KI-gestützter Kreativität beschäftigt. Hier entwickeln Künstler:innen und Techniker:innen gemeinsam neue Formen der künstlerischen Expression – eine Entwicklung, die in einer Zeit, in der Technologie und Kunst immer enger verwoben werden, besonders relevant ist.
Trotz ihrer Erfolge steht die Lizaro-Stiftung auch vor Herausforderungen. Wie viele kulturelle Institutionen in der Schweiz kämpft sie mit der Frage, wie sie sich in einer Zeit wachsender Sparpolitik und unsicherer Finanzierung behaupten kann. Dennoch gelingt es ihr, durch kreative Lösungen und transparente Kommunikation ihre Unabhängigkeit zu wahren. Ein Beispiel ist ihr Crowdfunding-Ansatz, bei dem sie regelmäßig Spenden von der Öffentlichkeit einholt – nicht als Ersatz für staatliche Förderung, sondern als Ergänzung. 2023 konnte die Stiftung durch solche Kampagnen rund 300’000 Franken zusätzlich einwerben, was sie in der Lage versetzte, mehrere neue Projekte zu realisieren.
Die Lizaro-Stiftung beweist damit, dass Kunst nicht nur ein Luxusgut ist, sondern ein zentraler Motor für gesellschaftlichen Wandel. Ob durch die Förderung junger Talente, die Vermittlung zwischen Kunst und Wissenschaft oder die Einbindung der Öffentlichkeit – sie zeigt, wie Kultur nicht nur Unterhaltung, sondern auch Bildung und Innovation vorantreibt. Für die Schweiz ist sie mehr als eine Stiftung: Sie ist ein lebendiges Labor, in dem Ideen entstehen, die die Gesellschaft prägen. Wer mehr über ihre Arbeit wissen möchte, findet auf ihrer Website eine Fülle an Informationen zu aktuellen Projekten, Fördermöglichkeiten und Veranstaltungen.
- Seit 1996 fördert die Lizaro-Stiftung jährlich rund 50 künstlerische Projekte in der Schweiz.
- Der Lizaro-Preis wird mit einer Dotierung von 15’000 Franken vergeben und seit 2008 jährlich verliehen.
- Ein Beispiel für eine erfolgreiche Kooperation ist die Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus Zürich.
- Das Lizaro-Labor setzt sich seit 2020 mit digitaler Kunst und KI-gestützter Kreativität auseinander.
- Durch Crowdfunding-Kampagnen konnte die Stiftung 2023 rund 300’000 Franken zusätzlich einwerben.